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verhütung hat geschichte Schwanger werden oder einfach nur Spaß haben? Welche Frau hat schon Lust, diese Entscheidung ganz alleine dem Zufall zu überlassen! So dachten schon unsere Vorfahren: In Sachen Empfängnisschutz ließen sie nichts unversucht: Amulette, Vaginalduschen, mechanische Barrieren und viele andere Methoden. Begleiten Sie uns auf einen kurzen Ausflug durch 4000 Jahre Verhütungs-Geschichte - vom hochgiftigen Quecksilbertrunk bis zu den Verhütungsmethoden von heute: 2000 v. Chr.
Chinesischen Frauen hingegen sind die Ersten, die Substanzen einnehmen um eine Schwangerschaft zu verhüten. Sie trinken Quecksilber, von welchem wir seither wissen, dass es hochgiftig ist - nicht nur für die eventuellen Embryos, sondern auch für die Mutter selbst... 1500 v. Chr.
Eine mit Zitronensaft imprägnierte Baumwolle, getrockneter Fisch und metallische Pessare werden während dieser Zeit ebenfalls als empfängnisverhütende Mittel benutzt. 1350 v. Chr. 100 - 200 n. Chr. Ende des 16. Jahrhunderts 17. Jahrhundert
Im Jahre 1640 werden Kondome aus Fischblasen in einem Schloß, Nähe Birmingham (England), entdeckt. Das Wort "Kondom" stammt von einem gewissen Dr. Codom oder Conton. Dieser Arzt erfindet im 17. Jahrhundert das Präservativ in seiner mehr oder weniger heute aktuellen Form. 18. Jahrhundert In diesem Jahrhundert benutzen Frauen aus allen Kulturen saure Frucht-Hälften (z.B. Zitronenhälften) als eine Art Zervikalkappe. Die durch die Frucht geschaffene Barriere, ergänzt durch die Zitronensäure, schützt vermutlich vor einer ungewollten Schwangerschaft. Man sagt auch, dass Casanova seine Geliebten gebeten hat, vor dem sexuellen Akt eine ausgehöhlte Zitronenhälfte einzuführen! 19. Jahrhundert
In den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts werden erstmals Vaginalduschen als empfängnisverhütendes Mittel erwähnt. Mit Hilfe von Seife, Essig oder anderen Lösungen versuchen die Frauen nach dem Geschlechtsverkehr das Sperma zu beseitigen. Heute ist bekannt, dass diese Methode keineswegs eine spermizide Wirkung aufweist, sondern im Gegenteil viel mehr die Samenzellen darin unterstützt, in die Gebärmutter zu gelangen. Wenige Zeit nach der Entdeckung des vulkanisierten Kautschuks in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, wird auch das Kondom aus Kautschuk hergestellt und angewendet. Der hohe Preis des Kondoms verhindert jedoch eine Massenproduktion. In der Mitte des 19. Jahrhunderts bringt eine verheiratete Frau im Durchschnitt sechs Kinder zur Welt und mehr als 35% aller verheirateten Frauen haben mindestens acht Kinder. Bereits in den Siebzigern des 19. Jahrhunderts bieten englische Apotheken eine grosse Auswahl an empfängnisverhütenden Mitteln an: Kondome aus Kautschuk, mehr als 100 verschiedene Pessare, chemische Zäpfchen, vaginale Schwämme und medizinische Tampons. Die Erfindung des ersten Diaphragmas ist dem deutschen Arzt Wilhelm Peter Mensinga, 1882, zu verdanken. 20. Jahrhundert
1921 gründet Marie Stopes die Gesellschaft für konstruktive Geburtenkontrolle. Im gleichen Jahr eröffnet sie die erste Klinik für Familienplanung in London. Wichtige Informationen zur Empfängnisverhütung und Familienplanung werden so für viele Frauen leicht zugänglich gemacht. Der Biochemiker Adolph Butenandt setzt sich intensiv mit den Sexualhormonen auseinander - seine Arbeit zahlt sich aus, denn 1929 gelingt es ihm ein weibliches Hormon zu isolieren: das Östrogen. In den darauffolgenden Jahren ersetzt flüssiges Latex, das bis dahin verwendete Kautschuk bei der Produktion der Präservative. Die Schwedische Regierung unterstützt - als erste überhaupt - die Geburtenkontrolle. 1931 bringt Johnson & Johnson das erste Verhütungsgel auf den Markt. Um die körperlichen Funktionen noch besser zu verstehen, werden zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten realisiert und publiziert. Diese bilden eine wichtige Basis für die Weiterentwicklung der empfängnisverhütenden Methoden. Im Jahre 1934 gelingt es Adolph Butenandt, das Progesteron aus den Eierstöcken von Schweinen zu isolieren.1936 können amerikanische Wissenschaftler beweisen, dass das Progesteron den Eisprung verhindert. Von da an arbeiten die Labors weltweit auf Hochtouren. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts steht den Frauen ein Diaphragma von Johnson & Johnson zur Empfängnisverhütung zur Verfügung.
Im Jahre 1944 weisen zwei deutsche Wissenschaftler (Bickenback und Pauikovics) die Hemmung des Eisprungs durch das Progesteron nach. In den fünfziger Jahren gehen die Anstrengungen weiter, eine Verhütungspille zu entwickeln. Dem amerikanischen Endokrinologen Gregory Pincus gelingt es als erstem, ein hormonales Empfängnisverhütungsmittel zu entwickeln und zu testen. Im Jahre 1951 entwickelt der Chemiker Carl Djerassi das Norethisteron, das erste synthetisierte Progesteron. Es zeigte sich, dass bei alleiniger Gabe dieses synthetischen Hormons die Ovulation zuverlässig unterdrückt wird. Norethisteron wird so die erste Substanz einer empfängnisverhütenden Pille. 1956 werden die ersten langfristigen klinischen Studien mit einer empfängnisverhütenden Pille durchgeführt. Gregory Pincus und Dr. Min Chuh Cheng führen in Zusammenarbeit mit John Rock, einem Frauenarzt aus Harvard, eine Studie mit 60.000 Frauen durch und beweisen, dass die Verabreichung von Oestrogen und Progesteron, bereits in geringen Dosen eine Schwangerschaft, verhindern. 1959 wird Adolph Butenandt der Nobelpreis verliehen für seine revolutionären Erkenntnisse der sexuellen Hormone. 1960 erhält Johnson & Johnson als erste Firma die Marktzulassung für die Pille. In den sechziger Jahren wird die empfängnisverhütende Pille in grossem Stile vermarktet. Mit dieser bahnbrechenden Errungenschaft verfügen die Frauen nun über eine neue Kontrollmöglichkeit ihrer Fruchtbarkeit und damit verbunden über eine neue Unabhängigkeit. In den siebziger Jahren ist die Pille als Form der Empfängnisverhütung weitgehend akzeptiert und wird von über 50 Millionen Frauen weltweit eingesetzt.
1973 kommt die erste rein gestagenhaltige Pille durch Johnson & Johnson auf den amerikanischen Markt. Damit können jetzt auch Mütter, die ihr Baby noch stillen, sicher verhüten. 1975 erlangt die erste Kombinationspille von Johnson & Johnson mit einem für damalige Verhältnisse sehr niedrigen Östrogenspiegel von nur 35 µg die Marktreife. In den achtzigern werden die Darreichungsformen und Zusammensetzungen der Pille durch die Pharmaindustrie weiterentwickelt und optimiert. Die vermarkteten Pillen enthalten immer weniger Östrogene und wirken multiphasisch - das heisst mit veränderlichen Hormonspiegeln je nach Zyklusphase. Die erste Zweiphasenpille mit weniger Östrogen und Gestagen wird 1982 von Johnson & Johnson den Frauen zur Verfügung gestellt. Die Zykluskontrolle wird damit erheblich verbessert. Ab 1984 können die Frauen nun auch die erste 3-Phasen-Pille wählen, Johnson & Johnson hat eine niedrige Östrogenmenge mit einem neuen Progesteron kombiniert. Zu Beginn der Achtziger Jahre wird Norgestimat, eine synthetische Version des Progesterons kommerzialisiert und von Janssen-Cilag, einer Tochterfirma von Johnson & Johnson als Verhütungsmittel auf den Markt gebracht. Auch andere Firmen entwickeln und produzieren neue Progesteronpräparate. 21. Jahrhundert
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