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sind sie sicher?

Ein Leben ohne Empfängnisverhütung? Für die meisten Paare heute unvorstellbar. Sie möchten selber entscheiden, ob und wann sie Kinder bekommen. Die Medizin hat es möglich gemacht.

Bei der Auswahl der geeigneten Verhütungsmethode sollte man wissen, wie sicher sie ist. Deshalb gibt es den Pearl-Index (PI): ein einheitliches Maß für die Sicherheit von Verhütungsmitteln. Er sagt aus, wie viele von 100 Frauen trotz einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Index, desto sicherer das Verhütungsmittel.

Die Experten unterscheiden zwischen "Sicherheit der Methode" und "Sicherheit unter täglichen Bedingungen". Deshalb wird der Pearl-Index meistens als Bereich zwischen zwei Zahlenwerten angegeben.

Bei der Verhütung gibt es verschiedene Methoden:

  • hormonelle Verhütung
  • mechanische Methoden
  • chemische Methoden
  • natürliche Methoden
  • Sterilisation
  • Pille danach

Verhütung hautnah erleben

Fragen Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt, welche Verhütungsmethode die geeignete für Sie ist.

hormonelle Methoden

Das Verhütungspflaster ist ein extrem dünnes, weiches, beigefarbenes Pflaster mit den Maßen 4,5 x 4,5 cm. Das Verhütungspflaster kombiniert die Verhütungssicherheit der Pille mit einer einfachen Anwendung. Es wird im Zyklus 3 mal für jeweils eine Woche geklebt. Jedes Pflaster gibt über die Haut (transdermal) Hormone zur Schwangerschaftsverhütung an den Blutkreislauf ab. Das Pflaster wird nach dem Aufkleben für 7 Tage getragen, nach Ablauf dieser Zeit wird am selben Wochentag ein neues Pflaster geklebt und wieder eine Woche später ein drittes. Es folgt dann eine pflasterfreie Woche, in der die Monatsblutung einsetzt. Durchfall und/oder Erbrechen beeinträchtigen die Verhütungssicherheit des Pflasters in der Regel nicht, da durch die transdermale Verabreichung der Magen-Darm-Trakt umgangen wird. Das Pflaster kann Hautirritationen hervorrufen. Andere Nebenwirkungen sind mit jenen der Pille vergleichbar. PI 0,72-0,9

Die Pille ist heute noch immer die am weitesten verbreitete Form der Verhütungsmethode und es existieren unterschiedlichen Typen davon. Die Mehrzahl der Pillen enthalten zwei Hormone, ein Östrogen und ein Gestagen. Sie unterscheiden sich in der Dosierung des Östrogens und durch die verschiedenen Arten und Dosierungen des Gestagens.

Bei richtiger Anwendung (regelmäßige Einnahme) schützt die Pille sehr sicher vor einer Schwangerschaft. Erbrechen und Durchfall können die Sicherheit jedoch beeinträchtigen. Bei der Einnahme der Pille muss beachtet werden, sie jeden Tag regelmäßig einzunehmen, damit der Verhütungsschutz gewährleistet bleibt.

Kombinierte Pillen enthalten beide Hormone. Sind alle Pillen in einer Packung vom Hormongehalt identisch, spricht man von monophasischen Pillen. Bei biphasischen Pillen beinhalten die Packungen zwei verschieden farbige Pillen, die jeweils unterschiedliche Dosierungen der beiden Hormone enthalten, bei triphasischen sind es drei. Die meisten dieser kombinierten Pillen werden über einen Zeitraum von 21 Tagen eingenommen, gefolgt von einer 7tägigen Pause, in der dann die Monatsblutung einsetzt. PI 0,1-1

Die Minipille enthält lediglich ein Gestagen und ist geeignet für Frauen, die keine Östrogene einnehmen sollten. Das ist zum Beispiel der Fall bei Frauen, die stillen oder ein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-Krankheiten haben sowie bei starken Raucherinnen. Die Minipille muss stundengenau eingenommen werden. PI 0,5-3

Daneben existieren weitere Formen hormonaler empfängnisverhütender Mittel, die jedoch einen Eingriff erfordern und deshalb nur vom Arzt verabreicht oder eingesetzt werden können. Hierbei handelt es sich vor allem um die Hormonspirale (PI 0,2), welche in die Gebärmutter eingelegt wird und um das empfängnisverhütende Stäbchen-Implantat (PI 0,3-0,9), das der Arzt unter die Haut des Oberarmes einlegt. Das Stäbchen bietet einen Schwangerschaftsschutz von 3 Jahren, die Hormonspirale schützt sogar bis zu 5 Jahren. Diese beiden Verhütungsmittel enthalten wie die Minipille lediglich ein Gestagen, was zu Akne oder Schmierblutungen führen kann.

Die 3-Monats-Spritze (Depot-Spritze) ist ein Gestagenpräparat, das wie die Minipille, die Reifung des Eies verhindert.

Injektionspräparate werden in den Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt. Aus dem "Depot" im Muskel werden die Hormone langsam ins Blut freigesetzt und zu den Zielorganen transportiert.

Die Injektionspräparate sind sehr zuverlässig. Der Eisprung wird bei der 3-Monatsspritze meist nur in den ersten 4 bis 8 Wochen verhindert. Danach bleibt die empfängnisverhütende Wirkung aber erhalten, weil die 3-Monatsspritze das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bremst und den Schleim im Gebärmutterhals für Spermien undurchdringlich macht. PI 1-2

mechanische Methoden

Das Kondom ist ein dünner Gummischlauch, der über das versteifte Glied gezogen wird. Dadurch wird verhindert, dass die Spermien in die Scheide gelangen. Es ist das einzige Verhütungsmittel, dass zusätzlich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie z. B. AIDS, Tripper usw. schützt. PI 3-12

Das Diaphragma oder die Portiokappe wird vor dem Geschlechtsverkehr in der Scheide vor dem Muttermund platziert und verhindert das Eindringen der Spermien. Es kann mit einem spermienabtötenden Gel oder einer Creme kombiniert werden. Beide Methoden müssen vom Arzt angepasst werden. PI 6-18

chemische Methoden in Kombination mit mechanischen Methoden

Es gibt spermienabtötende Cremes, Gels, Zäpfchen, Schwämmchen oder Schaum, die in der Scheide angewendet werden. Sie hemmen die Spermienbeweglichkeit und bilden ein Hindernis in der Scheide. Es kann zu Schleimhautreizungen kommen. Bei einigen Produkten kann die Reißfestigkeit und Sicherheit von Kondomen vermindert sein. PI 6-21

natürliche Methoden

Hierzu zählen die Kalendermethode nach Knaus-Ogino, die Zervixschleimmethode nach Billings und die Temperaturmethode. Allen Methoden ist gemeinsam, dass die fruchtbaren Tage erkannt werden und an diesen Tagen Enthaltsamkeit geübt wird. Neben einer hohen Disziplin für alle natürlichen Methoden ist für die Kalendermethode ein regelmäßiger Zyklus Voraussetzung. Wendet man alle 3 Methoden gemeinsam an (sympto-thermale Methode), ist die Sicherheit größer. PI 9-38

Beim Coitus interruptus zieht der Mann kurz vor dem Samenerguss den Penis aus der Scheide. PI 20

Sterilisation

Eine Sterilisation ist eine operative Methode, sie bezweckt eine dauerhafte Unfruchtbarkeit. Die Sterilisation ist eines der zuverlässigsten Verfahren zur Empfängnisverhütung.

Bei der Frau werden über eine Bauchspiegelung die Eileiter mit Hitze verschweißt, oder mit einem kleinen Clip abgeklemmt und/oder durchtrennt, so dass kein Ei mehr durch den Eileiter in die Gebärmutter gelangen kann. Natürlich können auch keine Samenzellen mehr die Eizelle erreichen.

Der Eisprung findet weiterhin statt, das Ei gelangt in die Bauchhöhle und wird aufgelöst.

Beim Mann wird nach Desinfektion und örtlicher Betäubung die Haut an der Stelle geöffnet, wo die beiden Samenleiter vom Hoden in den Penis übergehen. Aus den Samenleitern wird ein kleines Stück herausgetrennt. Dann werden die Enden zugenäht und/oder verschweißt und der winzige Schnitt in der Haut geschlossen. PI 0,1 - 0,3

Pille danach

Frauen, die während ihrer fruchtbaren Tage mit einem Mann geschlafen haben ohne zu verhüten, können mit der Pille danach eine ungewollte Schwangerschaft zu einem hohen Prozentsatz noch verhindern. Durch eine kurzzeitige Hormonbehandlung wird innerhalb einer Woche eine Blutung ausgelöst. In ca. 75 - 99 % der Fälle verhindert die Methode den Eintritt der Schwangerschaft. Je früher die Hormongabe erfolgt, desto größer ist die Zuverlässigkeit der Methode. Die "Pille danach" muss so früh wie möglich, spätestens jedoch 72h* nach dem ungeschützten GV eingenommen werden. Blutungsstörungen, ein Spannungsgefühl in den Brüsten und Übelkeit sind die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen. Für den regelmäßigen Gebrauch ist die "Pille danach" nicht geeignet.



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